Personalentwicklung: Interkulturelle Teams


Interkulturelle Kompetenzen für ihren beruflichen Erfolg

Internationalisierung und Globalisierung schreiten ständig voran. Im Berufsleben, in der Schule, Studium sowie in der Aus- und Weiterbildung und im privaten Leben nehmen Anzahl und Intensität der Kontakte zu Menschen aus anderen Kulturen immer mehr zu. Für viele Menschen ist die berufsbedingte Zusammenarbeit mit Menschen aus einer fremden Kultur schon eine Selbstverständlichkeit geworden. Die damit zusammenhängenden Anforderungen und die Entwicklung einer Kompetenz zur Bewältigung dieser Anforderung sind zentrales Thema in diesem Modul „Working in Germany – Interkulturelle Kompetenzen“.

Unsere Kultur beeinflusst – größtenteils unbewusst – unsere Wahrnehmung, unser Denken und unser Handeln. Sie bestimmt, was wir als richtig empfinden und welches Verhalten für uns „normal“ ist. Aus diesem Grund verhalten sich Menschen aus anderen Kulturen, die in Deutschland arbeiten, anders als z.B. Deutsche selbst. Dies gilt generell für das tägliche Miteinander im Arbeitsalltag von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.

Wenn die handelnden Personen keine oder nur unzulängliche Kenntnisse über die Merkmale und Eigenschaften der anderen Kultur haben, werden sie ihre interkulturellen Begegnungen nicht nur nach den in der eigenen Kultur erlebten Orientierungsmustern regeln, sondern auch gemäß der eigenen Erwartung von „gespührter Normalität“ bewerten. Oftmals denken sie nicht daran, dass es verschiedene Varianten zur Gestaltung von Lebens- und Arbeitssituationen gibt und halten die eigene, vertraute meist für die einzig mögliche und vernünftige Handlungsweise.

Interkulturelle Kompetenz ist eine überfachliche Kompetenz, d.h. sie gehört zu den so genannten Schlüsselqualifikationen, die unabhängig von einer Ausbildung oder Studium in vielen Berufen gefordert wird. Diese Kompetenz ist nicht nur eine Fähigkeit, die wir im Alltag einüben und alltäglich brauchen. Sie ist auch ein Gegenstand wissenschaftlicher Forschung.

“Interkulturelle Kompetenz kann wie folgt definiert werden: „Interkulturelle Kompetenz zeigt sich in der Fähigkeit, kulturelle Bedingungen und Einflussfaktoren im Wahrnehmen, Urteilen, Empfinden und Handeln bei sich selbst und bei anderen Personen zu erfassen, zu respektieren, zu würdigen und produktiv zu nutzen.“

Das nachfolgende Schaubild zeigt die „kulturelle Überschneidungssituation“ zwischen dem „Eigenen“ und dem „Fremden“, was als „Das Interkulturelle“ bezeichnet wird.


Abb. 1: Die Dynamik kultureller Überschneidungssituationen

Menschen gehen normalerweise davon aus, dass so wie sie sich verhalten, auch alle anderen Menschen auf dieser Welt sich verhalten. Sie fühlen sich zu dieser Annahme berechtigt, weil sie im Umgang mit ihren Mitmenschen, die der eigenen Kultur angehören, über ein hohes Maß an Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeit verfügen. Dies ist auch der Grund, warum sie sich unter normalen Umständen in der Interaktion und Kommunikation nicht ständig mit Missverständnissen und Konflikten sowie unerwarteten Reaktionen abgeben müssen. Sie kommen in der Regel gut miteinander aus. Andere Formen der Wahrnehmung, der Beurteilung und der Beeinflussung die sie erleben, werden von ihnen als „falsch“, nicht ganz richtig, lückenhaft, primitiv, manipuliert und so weiter angesehen und beurteilt.

So ergibt sich aus der Tatsache, dass Menschen ihre eigenen, kulturspezifischen Denk- und Verhaltensmuster als richtig, unumstößlich und sachgerecht ansehen. Dies liegt unter anderem daran, dass diese Muster zur Gewohnheit geworden sind. Meist werden dann alle anderen Menschen gemäß diesen Gewohnheiten generalisiert, was im Kontakt mit Menschen aus anderen Kulturen natürlich zu Missverständnissen und Konflikten führen kann.

Diese eigenen kulturellen Bedingungen des Denkens und Verhaltens müssen reflektiert und thematisiert werden und die eigene Kultur in ihren Wertungen verstanden werden. So kann die Andersartigkeit von anderen Kulturen eher wahrgenommen und verstanden werden und ein angemessenes Verhalten ist dann wahrscheinlicher.